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Kategorie: Barmen

  • Offener Ganztag: Wuppertal verfehlt Rechtsanspruch

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    Die Stadt Wuppertal kommt ihrer gesetzlichen Verpflichtung nicht nach, ab dem Schuljahr 2026/27 den bundesweiten Rechtsanspruch auf einen Platz im offenen Ganztag an Grundschulen umzusetzen. Statt der benötigten 1.310 zusätzlichen Ganztagsplätze sollen nach aktuellen Planungen lediglich 377 neue Plätze geschaffen werden. Die Gruppe BSW im Rat der Stadt Wuppertal kritisiert dieses Vorgehen scharf.

    „Der Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz ist kein unverbindliches Ziel, sondern geltendes Recht. Wenn Wuppertal nicht einmal ein Drittel des tatsächlichen Bedarfs deckt, ist das nicht nur ein eklatantes politisches Versagen sondern eine gravierende Verletzung gesetzlicher Pflichten. Es schadet Kindern und Familien und auch der lokalen Wirtschaft“, erklärt Martin Fritsch, Bezirksvertreter des BSW in Barmen.

    Besonders berufstätige Eltern und Alleinerziehende sind auf verlässliche Ganztagsangebote angewiesen. Fehlende Betreuungsplätze verschärfen soziale Ungleichheiten, erschweren die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und benachteiligen Kinder in ihrer Bildungsentwicklung.

    „Statt frühzeitig ausreichend zu planen, Fachkräfte zu gewinnen und Schulstandorte auszubauen, nimmt die Stadt sehenden Auges in Kauf, dass hunderte Familien in ihrer beruflichen Perspektive und dem Bildungsweg behindert werden. Politik, Wirtschaft und Medien beklagen den Fachkräftemangel und verlangen die Ausweitung der Arbeitszeit, aber die Verwaltung scheitert bei den Voraussetzungen dazu. “, so Jürgen Möller, Stadtverordneter BSW im Stadtrat und Schulpolitischer Sprecher.

    Die Ratsgruppe BSW fordert die Stadt auf,

    • nachvollziehbar zu begründen, warum das bereits 2021 verabschiedete Gesetz nicht umgesetzt wurde,
    • umgehend einen realistischen Ausbauplan vorzulegen, der sich am tatsächlichen Bedarf orientiert,
    • alle verfügbaren Landes- und Bundesmittel konsequent abzurufen,
    • sowie den Ausbau des offenen Ganztags zur prioritären kommunalen Aufgabe zu erklären.

    „Kinderbetreuung und Bildung dürfen nicht dem Sparzwang geopfert werden. Wer gesetzliche Verpflichtungen nicht erfüllt, verspielt Vertrauen in Politik und den demokratischen Rechtsstaat, das ist Wasser auf die Mühlen rechter Populisten. Wuppertal muss jetzt handeln“, so Fritsch abschließend.

  • Serviceabbau bei WSW

    Wer servicce abbaut

    Das BSW Wuppertal zeigt sich sehr enttäuscht über die Entscheidung der WSW, ihr Kundencenter vom verkehrsgünstig gelegenen Standort am Alten Markt in das repräsentative Concordia-Gebäude zu verlegen – mit längerem Fußweg zur nächsten Haltestelle. (Die WZ berichtete am 16.10.)
    Beiläufig erfährt der Leser, dass Fahrkarten dort nur noch bargeldlos zu haben sind. Das ist alles andere als kundenfreundlich – gegenüber älteren Menschen, Menschen ohne Konto und jenen, die nicht überall ihre digitale Datenspur in den Clouds großer Tech-Konzerne verewigen wollen.

    Das erste Deutschlandticket konnte man noch unbürokratisch beim Busfahrer kaufen; inzwischen gibt es dort nur noch ein spärliches Angebot. Auch das DB-Servicecenter am Hbf soll schließen – trotz erheblicher Kundennachfrage. Selbstverständlich ist der Ausbau digitaler Angebote zu begrüßen, aber ein Zwang zur Nutzung schadet der Akzeptanz. Will man die Attraktivität öffentlicher Mobilitätsdienstleistungen erhöhen, so ist gerade für Neukunden ein professionelles Beratungs- und Serviceangebot im herrschenden Tarifdschungel unverzichtbar.

    Das BSW Wuppertal fordert den neugewählten Stadtrat und die frisch gekürte Oberbürgermeisterin nachdrücklich auf, hier Bürgernähe zu zeigen und sich für Servicequalität bei Bus und Bahn starkzumachen.

    Autor: Dr. Martin Fritsch

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