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Was haben Krieg und Abwasser gemeinsam? Richtig: Beides ist Sch…

Krieg ist Sch

Letzten Freitag kam meine Nebenkostenabrechnung. Eigentlich ein ganz normaler Brief – aber der Inhalt hat mir ehrlich gesagt das Wochenende verdorben. Besonders ein Punkt springt mir ins Auge: Abwasser. Deutlich teurer als im letzten Jahr. Und während ich das so durchgehe, denke ich mir: Das ist kein Zufall. Das ist politisch gemacht.

Natürlich wird immer schnell auf äußere Umstände verwiesen: Krieg in der Ukraine, steigende Energiepreise, teurere Rohstoffe. Alles richtig. Aber entscheidend ist doch, wie man politisch darauf reagiert. Und genau da läuft aus meiner Sicht einiges schief.

Die Energiepreise sind nicht einfach „passiert“ – sie sind auch Ergebnis von Sanktionen und einer Politik, die unsere eigene Versorgungssicherheit vernachlässigt hat. Statt frühzeitig für stabile und bezahlbare Energie zu sorgen, hat man sehenden Auges zugelassen, dass die Preise explodieren. Die Folgen spüre ich jetzt ganz konkret: Kläranlagen und Pumpwerke brauchen Energie. Wird sie teurer, wird auch mein Abwasser teurer.

Dazu kommen steigende Kosten für Kanalsanierungen und Neubauten, da Materialien wie Beton und Stahl teurer werden. Dann noch steigende Bedarfe bei der Sanierung, da diese sträflich vernachlässigt wurde. Und als wäre das nicht genug, sorgt die nächste Eskalation – etwa im Iran – für weiter steigende Öl- und Treibstoffpreise. Ich merke das direkt beim Tanken und indirekt in meiner Nebenkostenabrechnung.

Was mich wirklich ärgert: Auf europäischer Ebene wird weiter auf Konfrontation gesetzt. Die Europäische Union diskutiert über neue Sanktionen und Waffenlieferungen, aber wo ist der ernsthafte Einsatz für Diplomatie? Wo ist der Wille, Konflikte aktiv zu beenden, statt sie immer weiter zu verlängern?

Am Ende zahle ich die Rechnung. Nicht nur politisch, sondern ganz real: mit höheren Nebenkosten, höheren Spritpreisen und weniger Spielraum im Alltag. Das darf so nicht weiter gehen!

Man muss es klar sagen: Krieg ist Scheiße. Abwasser auch. Aber eine Politik, die Kriege nicht beendet, sondern durch ihre Entscheidungen weiter befeuert und gleichzeitig die eigenen Bürger belastet, ist es ebenfalls.

Meine Nebenkostenabrechnung ist dafür ein ziemlich ernüchterndes Beispiel. Sie zeigt mir, wie weit weg Entscheidungen getroffen werden – und wie direkt sie bei mir ankommen.

Für mich steht fest: Ohne eine echte Friedenspolitik wird das Leben hier nicht wieder bezahlbarer.

Autor: Rainer Gierth

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