
Am 08. Mai demonstrierten bundesweit zehntausende Schülerinnen und Schüler gegen eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht, gegen Aufrüstung und gegen die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft. Auch in Wuppertal gingen junge Menschen auf die Straße.
Im Rahmen der Demonstration „Nein zur Wehrpflicht“ hielt der stellvertretende Kreisvorsitzende des BSW Wuppertal, Tim Lukas Körner, eine Rede, in der er insbesondere das neue Wehrdienstgesetz, die zunehmende Militarisierung sowie den gesellschaftlichen Rechtsruck kritisierte.
Körner warnte davor, dass sich die politische Debatte in Deutschland zunehmend verschiebe. Besonders kritisch äußerte er sich zu der gesetzlichen Regelung, nach der Männer zwischen 17 und 45 Jahren längere Auslandsaufenthalte grundsätzlich von der Bundeswehr genehmigen lassen müssen.
„Auch wenn diese Regelung aktuell per Verwaltungsvorschrift ausgesetzt ist, bleibt sie weiterhin Bestandteil des Gesetzes. Genau das sorgt bei vielen jungen Menschen für Sorgen und Verunsicherung“, erklärte Körner während seiner Rede.
Darüber hinaus kritisierte er die politischen Prioritäten der Bundesregierung. Während Milliarden für Aufrüstung bereitgestellt würden, fehlten an vielen Schulen Lehrkräfte, Klassenräume und Investitionen in die Zukunft junger Menschen.
„Mit derselben Energie, mit der über Wehrpflicht, Erfassung und Kriegstüchtigkeit diskutiert wird, sollte man sich lieber darum kümmern, Schulen zu modernisieren, sozialen Wohnraum zu schaffen und jungen Menschen echte Perspektiven zu geben“, so Körner.
In seiner Rede erinnerte er außerdem an die Bedeutung des 8. Mai als Tag der Befreiung vom Faschismus und vom Krieg. Gerade aus der Geschichte müsse die Lehre gezogen werden, wohin Militarismus, nationalistisches Denken und Faschismus führen können.
Körner betonte, dass Antifaschismus und Friedenspolitik untrennbar zusammengehören:
„Nie wieder Krieg und nie wieder Faschismus dürfen keine leeren Worte sein. Gerade junge Menschen müssen wachsam bleiben, wenn Militarisierung, nationalistisches Denken und gesellschaftliche Spaltung wieder zunehmend normalisiert werden.“
Zum Abschluss erklärte Körner:
„Wir wollen keine Gesellschaft, in der junge Menschen wieder als militärische Reserve betrachtet werden. Wir wollen Frieden, Freiheit, Antifaschismus und soziale Sicherheit statt immer weiterer Aufrüstung.“
