Am 05.03.2026 findet am Wuppertaler Hauptbahnhof der Schülerstreik statt – organisiert von „Nein zur Wehrpflicht Wuppertal“.
Wir unterstützen diesen Streik, weil unsere Jugend eine gute Bildung und vernünftige Ausbildungswege braucht – keine Bevormundung und keinen Zwangsdienst.
Junge Menschen müssen selbst entscheiden können, wie sie ihre Zukunft gestalten wollen.
Unsere Gesellschaft braucht nicht mehr Soldaten, sondern mehr Fachkräfte – in der Pflege, im Handwerk und in vielen anderen wichtigen Bereichen.
Kommt am 05.03.2026 um 12:00 Uhr zum Wuppertaler Hauptbahnhof und steht gemeinsam für Frieden, Freiheit und Bildung ein!
Das Wuppertaler Friedensforum hatte zum 22. Januar 2026 zu einer Informationsveranstaltung über Möglichkeiten zur Kriegsdienstverweigerung eingeladen. Auch der BSW-Kreisverband hatte diese auf seinen Medien beworben, da für viele insbesondere junge Menschen das Thema gerade relevant wird. Die Aula der Christian-Morgenstern-Schule war daher gut besucht.
Joachim Schramm, ehemaliger Landesgeschäftsführer der DFG-VK (Deutsche Friedensgesellschaft, vereinigte Kriegsdienstgegner) konnte wertvolle Infos vermitteln – seine Organisation berät Kriegsdienstverweigerer seit den 70’er Jahren. Sein Vortrag beleuchtete die juristischen und geschichtlichen Aspekte und erläutere die Handlungsoptionen für Betroffene.
Für die DFG-VK ist jeder Krieg ein Verbrechen an der Menschheit, der unermessliches Leid von Soldat:innen und Zivilist:innen bedeutet, sowie die Zerstörung von Städten und ziviler Infrastruktur. Es sei geradezu absurd, ideelle Werte der Zivilisation mit militärischen Mitteln verteidigen zu wollen. Das Völkerrecht stellt diplomatische Verhandlungen an die erste Stelle, während sich die europäischen Führer dem konsequent verweigern.
Zu Beginn machte Joachim Schramm deutlich, was die sogenannte „Zeitenwende“ bedeutet: Die weltweiten Rüstungsausgaben steigen rasant, führend sind dabei mit Abstand die USA (37%), gefolgt von anderen NATO-Staaten (19%), China (12%) und Russland (5,5%). In Deutschland kletterten die Ausgaben mit dem „Sondervermögen“ für Aufrüstung auf mittlerweile 108.2 Milliarden Euro für 2026, eine Verdoppelung seit 2020. Das Kräfteverhältnis spiegelt sich auch in allen konventionellen Waffenkategorien wider – daher sieht die DFG-VK auch keinen Grund zur Aufrüstung, um die Verteidigung gegen eine angebliche Bedrohung sicherzustellen.
Die Bundeswehr habe derzeit 184.000 Soldaten, angestrebt sind 460.000, darin inbegriffen 200.000 Reservisten. Bisher gelingt es nicht, den geplanten Aufwuchs mit Freiwilligen zu erreichen. Vielmehr hat sich mit dem Beginn des Krieges gegen die Ukraine und den zunehmenden geopolitischen Spannungen die Abbrecherquote bei Neueinstellungen auf 25% erhöht.
Hier die aktuellen Zahlen der Anträge zur Kriegsdienstverweigerung (KDV-Anträge) aus
2025: Insgesamt: 7.691, davon
Ungediente: 5.923,
Reservisten: 1.576,
Soldaten: 192.
Die jüngsten Pläne der Bundesregierung setzen darauf, den Anreiz zum Wehrdienst mit einem sehr hohen Einstiegssold, Angeboten wie Führerschein oder Berufsausbildung und intensiver Rekrutierung zu erhöhen. Eine höhere Präsenz in sozialen Medien, Plakatwerbung, Jobbörsen und vor allem in Schulen und der Arbeitsagentur ist unübersehbar. Die Bundeswehr beschäftigt für die Ansprache speziell ausgebildete „Jugendoffiziere“. Für Vertreter:innen der Friedensbewegung, die wie der DFG-VK ehrenamtlich tätig sind, ist es dagegen schwierig, überhaupt wahrgenommen zu werden.
Ebenso soll der Fragebogen, der in diesem Jahr an alle jungen Menschen des Jahrgangs 2008 herausgeschickt wird, dazu motivieren, sich bei der Bundeswehr zu bewerben. Es wird u.a. das Interesse am Wehrdienst auf einer Skala von 0 bis 10 erfragt. Hier wäre es wichtig, eine 0 anzugeben. Männer müssen den Fragebogen zurücksenden, für Frauen ist er freiwillig. Man könne ein politisches Zeichen setzen, indem man zum Beispiel den ersten zugesandten Fragebogen in einer öffentlichkeitswirksamen Aktion schreddere. Wer das zweite Einschreiben nicht zurücksende, riskiere ein Bußgeld. Äußert man Interesse, wird man zunächst für einen freiwilligen Grundwehrdienst angefragt.
Es ist abzusehen, dass der Bedarf durch Freiwillige nicht gedeckt werden kann. Dann ist eine Wiedereinführung der Wehrpflicht vorgesehen. Deshalb ist es sinnvoll, schon jetzt im Status des „Ungedienten“ den Kriegsdienst zu verweigern. Bisher wurden ungediente Verweigerer zur Musterung einberufen, weil erst nach Feststellung der Tauglichkeit über den KDV-Antrag entschieden werden konnte. Mittlerweile ist daraus eine „Kann-Vorschrift“ geworden, weshalb die Verweigerung ggf. auch ohne vorherige Musterung anerkannt wird. Eine hohe Anzahl von Männern, die schon im Voraus ihre Ablehnung des Kriegskurses mit einer offiziellen Verweigerung zum Ausdruck bringt, wäre ein deutliches politisches Signal.
Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung (KDV) gehört laut Grundgesetz zu den unveräußerlichen Grundrechten, die auch durch eine parlamentarische Mehrheit nicht anfechtbar sind. Diese Gesetzgebung basiert auf den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges, als sich Wehrmachtsangehörige für den NS-Angriffskrieg, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf den Befehlsnotstand beriefen. Im heutigen
Grundgesetz steht das individuelle Gewissen über jedem Befehl. Joachim Schramm ist zuversichtlich, dass dies auch Bestand habe, wenn der sogenannte „Spannungs- oder Verteidigungsfall“ ausgerufen würde.
Eine KDV ist schriftlich dem zuständigen Karrierecenter der Bundeswehr zu erklären, mit Verweis auf Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes. Dabei kommt es darauf an, glaubwürdig an möglichst konkreten eigenen Erfahrungen deutlich zu begründen, weshalb man den Dienst an der Waffe verweigert – aus Gewissens-, religiösen oder politischen Gründen. Beizulegen ist ein tabellarischer Lebenslauf. Bei Ablehnung durch das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) kann man Widerspruch einlegen. Wird diesem nicht stattgegeben, entscheidet ein ziviles Verwaltungsgericht, und dieses erfahrungsgemäß eher im Sinne der Verweigerer. Auch Soldat:innen im aktiven Dienst können verweigern, ihnen droht allerdings die Rückzahlung von Ausbildungskosten. Hier ist es ratsam, einen Anwalt hinzuzuziehen.
Die DFG-VK und andere Beratungsstellen können dabei helfen, das Schreiben zu formulieren. Wichtig ist dabei zu beachten, nicht auf die Angebote von Anwaltskanzleien mit Profitinteresse oder auf Trittbrettfahrer aus der rechten Ecke hereinzufallen. Die DFG-VK und andere Stellen bieten Fortbildungen zur KDV-Beratung an, damit möglichst viele Friedensaktive die Informationen weitertragen können.
In der abschließenden Fragerunde sprachen junge Menschen weitere Details an. Etwa zu den sogenannten „weißen Jahrgängen“ zwischen 1995 und 2008. Hier ist noch unklar, ob und wann sie angesprochen werden, auch sie können einen KDV-Antrag stellen. Anna vom Bündnis „Nein zur Wehrpflicht“ berichtete von ihren Aktivitäten und den Schulstreiks. Das BSW hatte ebenfalls bundesweit dazu aufgerufen und lehnt die Wehrpflicht ab. Der nächste bundesweite Aktionstag gegen die Wehrpflicht ist am 05. März. Um 12.00 Uhr startet eine Demo am Wuppertaler Hauptbahnhof.
Näheres zu Aktionen:
• neinzurwehrpflicht.wordpress.com
Individuelle Hilfe beim KDV-Antrag
• allgemein unter verweigern.info • in NRW per Mail an kdv-nrw@dfg-vk.de oder bei einigen Ortsgruppen der DFG-VK:
Kundgebung am Samstag, 17.01. ab 15 Uhr, Treffpunkt Zülpicher Platz in Köln.
Der JSW NRW ruft zur Kundgebung gegen die imperialistische Vorgehensweise in Venezuela und dem Wegducken der deutschen Bundesregierung auf.
Anstatt die offensichtliche steigende Gewalt durch die USA zu verurteilen, wird das Vorgehen in Venezuela von unserem Kanzler Friedrich Merz als „komplex“ bezeichnet. Dieses Geschehen ist alles andere als komplex sondern reiht sich wunderbar in die Reihe der durchdachten Regime Change-Handlungen der USA ein (siehe Iran seit 2000, Irak 2003, Libyen 2011). Von dem durch den Westen unterstützten israelischen Genozid an den Palästinensern ganz zu schweigen.
Das BSW als Friedenspartei nimmt Verstöße gegen die Menschenrechte nicht hin und macht mit dieser Kundgebung auf einen weiteren Bruch in der sogenannten „westlichen Wertegemeinschaft“ aufmerksam. Statt destabilisierende und barbarische Verhältnisse fordern wir eine friedliche multipolare Weltordnung. Es wird Zeit, sich aus den Fängen der USA zu lösen!
Wir bitten um zahlreiche Unterstützung in Köln, bringt gerne Friedensfahnen und weitere Banner mit!
Wuppertal sagt klar: Nein zur Wehrpflicht! Die Bundesregierung diskutiert wieder über eine mögliche Rückkehr zur Wehrpflicht – doch für uns ist klar: Freiheit darf nicht verhandelbar sein. Junge Menschen brauchen Chancen, Perspektiven und echte Wahlfreiheit, keinen staatlich verordneten Zwangsdienst.
Deshalb rufen wir dazu auf, gemeinsam ein starkes Zeichen zu setzen: Kommt am 05.12. um 14 Uhr zur Kundgebung von Nein Zur Wehrpflicht Wuppertal am Wuppertaler Hauptbahnhof.
Wir stehen für Selbstbestimmung, Frieden und ein solidarisches Miteinander. Eine demokratische Gesellschaft lebt davon, dass Menschen freiwillig Verantwortung übernehmen – nicht durch politische Verpflichtung oder militärischen Druck.
Freiheit statt Zwang – wir stehen zusammen! Zeigen wir, dass Wuppertal Haltung hat und sich nicht einschüchtern lässt.
Die aktuelle Einigung von CDU/CSU und SPD zur Reform des Wehrdienstes ist nichts anderes als ein schleichender Einstieg in eine neue Form der Dienstpflicht. Offiziell spricht man weiter von „Freiwilligkeit“ doch gleichzeitig sollen ab dem Geburtsjahrgang 2008 jedes Jahr Hunderttausende Jugendliche erfasst und bewertet werden. Männer verpflichtend, Frauen freiwillig.
Und alle sollen als „potenziell dienstausreichend“ klassifiziert werden – ob sie wollen, oder nicht.
Das ist keine Stärkung der Freiheit, sondern eine Vorbereitung auf Zwang.
Eine systematische Erfassung, ein möglicher Musterungsprozess, eine staatliche Auswahl: Das ist der Weg in ein System, in dem junge Menschen nicht mehr selbst bestimmen, wie sie ihr Leben gestalten wollen, sondern zu einer Ressource gemacht werden sollen für militärische Pläne, geopolitische Interessen und die sogenannten „Sicherheitsanforderungen“ eines immer aggressiver auftretenden politischen Establishments.
Während Milliarden in Rüstung, Kriegsmaterial und internationales Säbelrasseln fließen, sollen Jugendliche nun dazu gedrängt werden, „ihren Beitrag“ zu leisten. Aber wofür eigentlich? Für eine Politik, die seit Jahren versagt – sozial, wirtschaftlich und außenpolitisch. Für eine Spirale aus Aufrüstung und militärischer Konfrontation, die niemandem dient außer denjenigen, die von Konflikten profitieren.
Ich sage klar:
Die Jugend gehört nicht in Musterungszentren.
Die Jugend gehört nicht in Kasernen.
Und die Jugend gehört erst recht nicht in die Kriegspläne von Kriegstreibern.
Wenn der Staat wirklich Verantwortung übernehmen will, dann sollte er jungen Menschen Perspektiven geben und keine Formulare zur Tauglichkeit. Dann sollte er in Bildung, soziale Sicherheit, bezahlbaren Wohnraum, psychische Gesundheit und Zukunftschancen investieren, statt in die Militarisierung der Innenpolitik.
Die Jugend braucht Zukunft, nicht Truppenaushebungen.
Die Jugend braucht Freiheit, nicht staatlichen Druck.
Die Jugend braucht Frieden, nicht „Kriegstüchtigkeit“.
Deshalb bleibt meine Haltung eindeutig:
Nein zur Wehrpflicht.
Nein zur versteckten Dienstpflicht.
Nein zur Erfassung junger Menschen für militärische Interessen.
Ich stehe für eine Politik, die Menschen schützt – nicht für eine Politik, die Menschen an die Front schickt.
Autor: Tim Lukas Körner
Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.