
„Kernareal der BUGA 2031“ soll die Tesche werden, so die ambitionierte Ansage der BUGA-Chefin S. Brambora-Schulz auf der Bürgerversammlung im März 2026. Hier soll auf relativ kleinen 18 ha die eigentliche Gartenschau stattfinden (zum Vergleich: Die derzeitige Landesgartenschau in Neuss umfasst ca. 38 ha). Die ursprünglich geplante Fläche mit den ausgedehnten Tescher Wiesen bis hin zur Bahnstraße wäre übrigens dreimal so groß gewesen, wurde aber auch aus Kostengründen in der 2. Machbarkeitsstudie drastisch verkleinert.
Das „Hauptareal“ ist nun eine seit langem brachliegende alte Gärtnerei (ca. 12 ha) in einem Dreieck zwischen der Trasse des sog. Tescher Stiches und der Nordbahntrasse. Geplant sind hier eine umfangreiche Garten- und Naturausstellung und das Hauptrestaurant (Letzteres allerdings nur für die Dauer der BUGA). Nach der BUGA soll dieses Areal ein Landschaftspark zur Naherholung werden. Hieran soll sich ein größeres Sport-, Spiel und Erholungsareal auf der alten Wassack-Deponie am Ende der Nordbahntrasse anschließen. Schon jetzt befindet sich hier ein kleiner Spielplatz mit Skateranlage, der bei Familien und Jugendlichen sehr beliebt ist. Eine Vergrößerung und qualitative Aufwertung dieses Areals stößt in Vohwinkel auf breite Zustimmung. Aber ob die Entwicklung dieses Sport- und Spielgeländes nur im Rahmen einer teuren BUGA möglich ist, darf doch stark bezweifelt werden.
Das dritte Teilareal soll das alte Lokschuppengelände am Bahnhof, unterhalb der Nathrather Straße werden. Dieses Areal befindet sich im Besitz des bekannten Investors Clees. Hier soll auch einer der beiden Eingänge zum BUGA-Gelände entstehen. Ursprünglich war auf diesem Areal von der Fa. Clees im Rahmen der BUGA 2031 ein begrünter Wohnpark (preisgekrönte Entwurf!) mit ca. 500 Wohneinheiten geplant. Inzwischen ist diese Planung wegen diverser Probleme aber auf ca. 200 Wohneinheiten halbiert worden. Ob aber dieser geschrumpfte Wohnpark überhaupt rechtzeitig zur BUGA fertig wird, und damit vorzeigbar und Teil der BUGA 2031 wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt (4/2026) nicht zu erkennen. Man sei im Gespräch. Die nicht bebaute Hälfte dieses Areals ist jetzt für eine Pflanzenausstellung gedacht, der Wohnpark soll erst nach der BUGA 2031 entstehen, so der Plan.
Ein Problem ist es, überhaupt auf das BUGA-Geländegelände zu kommen. Die ursprünglich geplante smarte barrierefreie Lösung eines Tunnels vom Vohwinkler Bahnhof auf das BUGA-Gelände ist nämlich am Einspruch der DB gescheitert. Aus verkehrstechnischen und topografischen Gründen gibt es so nur noch eine Lösung: eine barrierefreie Brücke vom P&R-Parkplatz über die DB-Hauptstrecke zum Eingang der BUGA auf dem gegenüber liegenden alten Lokschuppengelände. Ob hierbei die DB überhaupt mitspielt, ist zum jetzigen Zeitpunkt (4/2026) ungewiss. Ein Plan B ist nicht bekannt. Auf jeden Fall werden sich die Besucher*innen auf einen längeren Fußweg vom Bahnhof über die Brücke aufs BUGA-Gelände einstellen müssen. Der benötigte Shuttle-Service, um die Besucher*innen von den anderen BUGA-Arealen und vom Großraumparkplatz dieser Bahnbrücke zu transportieren, müsste folglich über den jetzt schon ausgelasteten P&R-Parkplatz abgewickelt werden. Das sei alternativlos. Für die Zeit der BUGA würden viele P&R-Stellplätze wegfallen, und das in der Pendler-Hochburg Vohwinkel. Da ist Ärger vorprogrammiert. Die Zufahrt zum P&R-Parkplatz über das Nadelöhr Kaiserplatz und Akzenta-Parkplatz ist bereits heute eines der größten und ungelösten Verkehrsprobleme in der Vohwinkler Innenstadt.
Der Großraumparkplatz Buntenbeck
Doch damit nicht genug. Der zentrale Großparkplatz der BUGA 2031 (über 1000 Stellplätze) soll am Ende der Bahnstraße auf dem Buntenbecker Feld installiert werden. Dazu muss das Buntenbecker Feld – es steht unter Landschaftsschutz! – aufwändig planiert, großflächig versiegelt und mit einem großen Regenrückhaltebecken versehen werden. Es gibt bis jetzt weder ein Artenschutz- noch ein Verkehrskonzept, die Entwässerung des Gebietes ist ungeklärt. Dies alles steht offensichtlich in einem krassen Widerspruch zum selbst erklärten Charakter der BUGA 2031, nämlich ökologisch, naturnah, sanft, schonend, nachhaltig, zukunftsweisend zu sein. Ein Problem mit der eigenen Glaubwürdigkeit sieht die BUGA-gGmbH offenbar nicht.
Die Bezirksvertretung Vohwinkel hat diesen Großraumparkplatz im Übrigen mit nur einer Gegenstimme deutlich abgelehnt (die Einrichtung eines Gewerbegebietes an gleicher Stelle übrigens auch). Die Botschaft: Vohwinkel will diesen Großraumparkplatz nicht!
Mit dem Großraumparkplatz schafft sich die BUGA-gGmbH zudem einen Magneten für den Individualverkehr im Vohwinkler Norden, obwohl sie weiterhinein zukunftsweisendes und ökologisches Verkehrskonzept verspricht. Ein solches Denken ist nicht nur unredlich und von gestern, sondern zudem noch völlig uninspiriert.
Die Anfahrt von der Autobahn zum Großraumparkplatz muss über das bereits jetzt schon überlastete Wiedener Kreuz erfolgen. Noch längere Staus und Wartezeiten als die schon jetzt gewohnten werden die erwartbare Folge sein. Da der Parkplatz über 3 km vom BUGA-Eingang am Vohwinkler Bahnhof entfernt ist, wird man einen Shuttle-Service hinunter zum P&R-Parkplatz einrichten müssen (hoffentlich nicht mit den alten Verbrennern der WSW). Die Vohwinkler Innenstadt rund um den Kaiserplatz und den Bahnhof ist schon jetzt und besonders an Wochentagen verkehrstechnisch an der Grenze ihrer Kapazität und soll darüber hinaus noch den BUGA-Shuttle-Service aufnehmen. Ein vernünftiges Verkehrskonzept – von den Vohwinklern schon lange und vergeblich gefordert – konnte die BUGA-gGmbH bislang nicht vorlegen. Trotzdem werden mit der Einrichtung des Großraumparkplatzes (die Bauleitplanung läuft bereits) schon einmal Fakten geschaffen.
Alles nach dem BUGA-Motto: Augen zu – und durch!
Autor: Georg Dieker-Brennecke
